Jeder fünfte Hunde bekommt Arthrose

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Veröffentlichung

Feb. 22, 2026

Arthrose beim Hund: Wenn jeder Schritt zur Herausforderung wird

Arthrose gehört zu den häufigsten chronischen Erkrankungen des Bewegungsapparates beim Hund. Schätzungen zeigen, dass mindestens jeder fünfte Hund im Laufe seines Lebens daran erkrankt. Bei älteren Hunden über acht Jahren steigt die Zahl sogar auf bis zu 80 Prozent. Vor allem große Rassen sind besonders, doch betroffen sein kann jeder Hund, unabhängig von Alter oder Rasse. Arthrose ist eine Erkrankung, die sich langsam entwickelt, lange unbemerkt bleibt und schließlich die gesamte Lebensqualität beeinflusst. Umso wichtiger ist ein frühzeitiges Erkennen und ein ganzheitlicher Umgang damit.

Arthrose oder Arthritis wo liegt der Unterschied?

Viele Halter benutzen beide Begriffe gleichbedeutend, doch medizinisch gibt es klare Unterschiede:

Arthrose

  • degenerative, chronische Gelenkerkrankung
  • Knorpel nutzt sich ab, Knochen reiben aufeinander
  • nicht entzündlich im Ursprung
  • irreversibel, aber gut behandelbar
  • Diagnose: klinische Untersuchung + Röntgen
  • Im Labor unauffällig, da keine Erhöhung der Leukozyten in der Gelenkflüssigkeit

Arthritis

  • entzündliche Gelenkerkrankung (akut oder chronisch)
  • Schmerzen, Überwärmung, deutliche Gelenkschwellung
  • kann infektiös oder immunbedingt sein
  • Labor zeigt erhöhte Entzündungszellen in der Gelenkflüssigkeit
  • Arthritis kann zu Arthrose führen, wenn die Entzündung den Knorpel schädigt

Viele Hunde mit Arthrose zeigen immer wieder „entzündliche Schübe“. Dann überlagert eine Arthritis den Verschleißprozess.

Warum entsteht Arthrose überhaupt?

Arthrose entsteht, wenn der Knorpel eines Gelenks überlastet oder beschädigt wird. Hier in Kurzform:

1. Fehlstellungen & Instabilitäten

  • Hüftdysplasie (HD)
  • Ellbogendysplasie (ED)
  • Kniescheibenluxationen
  • instabile Gelenke durch Bandprobleme

Durch diese Probleme wird der Knorpel dauerhaft ungleich belastet, er nutzt schneller ab.

2. Genetische Faktoren

Genetisch bedingte Veränderungen wie OCD (Osteochondrosis dissecans) beeinflussen die Knorpelqualität und begünstigen eine frühzeitige Arthrose. Falsche Fütterung im Welpen und Junghundealter begünstigen langfristig sie Entstehung von Arthrose.

3. Verletzungen

Unfälle, Kreuzbandrisse oder alte Traumata führen zu langfristigen Fehlbelastungen und arthrotischen Veränderungen.

4. Übergewicht

Einer der wichtigsten Faktoren – und oft unterschätzt:

  • Gelenke tragen mehr Gewicht
  • Fettgewebe produziert entzündungsfördernde Hormone
  • Arthrose schreitet schneller voran

5. Über- oder Unterbelastung

  • zu intensives Training (v. a. bei jungen oder Sporthunden)
  • zu wenig Bewegung → Muskelschwund → schlechte Gelenkstabilität

6. Alter

Mit zunehmendem Alter verliert der Knorpel Elastizität und Regenerationsfähigkeit.

Woran erkenne ich Arthrose beim Hund?

Frühe Anzeichen sind oft subtil, werden gerne „dem Alter zugeschrieben“ und übersehen. Doch je früher man reagiert, desto besser lässt sich der Verlauf beeinflussen.

  • Steifheit nach dem Aufstehen
  • Anlaufschwierigkeiten
  • leicht steifer Gang
  • weniger Lust zu spielen oder spazieren zu gehen
  • vorsichtigeres Hinlegen
  • häufiger Stellungswechsel in der Nacht

Deutliche Symptome

  • Lahmheiten
  • sichtbare Gelenkschwellungen
  • Schwierigkeiten beim Treppensteigen oder Springen
  • Berührungsempfindlichkeit an betroffenen Gelenken
  • schiefes Sitzen, weite Bögen beim Umdrehen
  • Knabbern an Gelenken oder Pfoten
  • Suche nach warmen, weichen Liegeflächen

Verhaltensänderungen

  • Rückzug, plötzliches Meiden von Kontakt
  • ungewohnte Aggressivität („Schnappen aus Schmerz“)
  • Ängstlichkeit oder besondere Vorsicht

Hunde humpeln erst spät! Vorher kompensieren sie lange über Muskulatur und Schonhaltungen.

Diagnostik: wie wird Arthrose sicher festgestellt?

Eine gute Diagnostik ist entscheidend, um Arthrose frühzeitig zu erkennen und andere Ursachen auszuschließen.

1. Klinische Untersuchung

  • Ganganalyse
  • Abtasten der Gelenke
  • Beweglichkeitsprüfung
  • Schmerzreaktionen beurteilen

2. Bildgebung

  • Röntgen → zeigt knöcherne Veränderungen (z. B. Osteophyten), Gelenkspaltveränderungen
  • CT → detaillierte Darstellung knöcherner Strukturen
  • MRT → Bewertung von Knorpel, Bändern & Weichteilen
  • Ultraschall → Einschätzung von Gelenkergüssen, eher selten hilfreich

3. Labordiagnostik

  • Blutwerte meist normal bei Arthrose
  • Gelenkpunktat (Synovia) zeigt:bei
    Arthrose: normal
    bei Arthritis: erhöhte EntzündungszellenMeist reicht eine gute klinische Untersuchung und ein einfaches Röntgenbild, zu kompliziert muss es garnicht werden.

Was bedeutet Arthrose für meinen Hund?

Arthrose ist eine chronische, fortschreitende Erkrankung, die zu wiederkehrenden oder dauerhaften Schmerzen führen kann. Der Hund…

  • bewegt sich weniger
  • wird steifer
  • verliert Muskulatur
  • kann schlechter aufstehen
  • verändert sein Verhalten
  • hat gute und schlechte Tage (Schübe)
    Unbehandelt führt Arthrose zu massiven Einschränkungen der Lebensqualität – nicht nur körperlich, sondern auch emotional.

Behandlung: was hilft wirklich?

Arthrose ist nicht heilbar, aber gut behandelbar. Die Therapie sollte immer individuell erfolgen und mehrere Bausteine enthalten.

1. Schmerz- und Entzündungsmanagement

NSAIDs (entzündungshemmende Schmerzmittel)
Schmerzmittel nach Bedarf oder dauerhaft
Phytotherapeutische Unterstützung zum Beispiel mit Tinkturen
ggf. Injektionen (z. B. Hyaluronsäure, Kortison, Biologicals)

2. Physiotherapie/Osteopathie

Unverzichtbar für langfristigen Erfolg: Muskelaufbau, Bewegungsoptimierung, Lösen von Blockaden, manuelle Therapie, Unterwasserlaufband, Wärme- oder Kälteanwendungen

3. Gewichtskontrolle

Einer der wichtigsten Therapieansätze! Jedes Kilo zu viel belastet die Gelenke unnötig.

4. Gelenkunterstützende Produkte

Zu den Nahrungsergänzungen gibt es einen eignen Blogeintrag

5. Chirurgische Optionen

Nur bei sehr schweren Fällen: Arthrodese (Versteifung), Gelenkersatz (z. B. Hüftprothese), Korrekturoperationen bei Fehlstellungen

Sanfte Unterstützung: Hausmittel und begleitende Anwendungen

Neben medizinischer Behandlung und gezielter Bewegung gibt es eine Reihe bewährter Hausmittel und naturheilkundlicher Anwendungen, die deinem Hund zusätzliche Erleichterung verschaffen können. Sie ersetzen keine tierärztliche Therapie, können aber wertvoll unterstützen besonders in Schubphasen oder an kühlen, feuchten Tagen.

Rotlicht
Die sanfte Wärmestrahlung fördert die Durchblutung, entspannt verspannte Muskulatur und kann Schmerzen für eine Weile deutlich reduzieren.

Kirschkernkissen / Heiße Rolle
Wärme hilft, verspannte Muskeln zu lösen, verbessert die Gelenkbeweglichkeit und wirkt angenehm lindernd bei Steifheit – ideal vor Spaziergängen oder Physiotherapie.

Kältebehandlung
Kälte (z. B. Coolpacks, kurzzeitig angewendet) wirkt abschwellend und schmerzlindernd, besonders direkt nach Überlastung oder in akuten, entzündlichen Phasen.

Quarkwickel
Quark kühlt, zieht Wärme aus dem Gewebe und wirkt leicht entzündungshemmend – teilweise auch angenehm schmerzlindernd.

Kohlwickel
Kohlblätter enthalten entzündungshemmende pflanzliche Wirkstoffe, die Schwellungen reduzieren und den Stoffwechsel im Gewebe anregen können.

Ingwerwickel
Ingwer sorgt lokal für bessere Durchblutung und kann Muskelverspannungen lösen, allerdings nur anwenden, wenn Wärme gut vertragen wird.

Massagetechniken zur Muskelentspannung
Sanfte Massage fördert die Durchblutung, löst kompensatorische Verspannungen und verbessert das Körpergefühl deines Hundes ein echter Pluspunkt bei chronischen Gelenkerkrankungen. Lass die zeigen wie es geht.

Retterspitz äußerlich
Wird gern bei Schwellungen und Entzündungen genutzt. Retterspitz kann die Durchblutung verbessern, Schmerzen lindern und die Beweglichkeit unterstützen.

Akupunktur
Durch feine Nadeln werden Schmerzsignale moduliert, Verspannungen gelöst und der Energiefluss harmonisiert. Viele Hunde sprechen erstaunlich gut darauf an.

Physiotherapie
Ein zentraler Baustein: Muskelaufbau, Mobilisation, manuelle Techniken und koordinationsfördernde Übungen verbessern langfristig Stabilität und Beweglichkeit.

Hydrotherapie / Unterwasserlaufband
Wasser entlastet die Gelenke und ermöglicht gelenkschonenden Muskelaufbau oft mit sehr schnellen sichtbaren Verbesserungen im Bewegungsablauf.

Optimierung der Lebensumstände – damit dein Hund besser leben kann

Der Alltag entscheidet maßgeblich darüber, wie gut ein Hund mit Arthrose zurechtkommt.

Wichtige Maßnahmen zu Hause

warme, weiche, gut erreichbare (ortopädische) Liegeplätze, rutschfeste Böden oder Teppiche, Treppen meiden oder absichern, Auto-Rampe nutzen, regelmäßige, kurze Spaziergänge statt großer Touren, kontrollierter Muskelaufbau, Anpassung der Fütterung mit entsprechenden Nahrungsergänzungen.

Was sonst noch wichtig ist

Wetter beobachten: viele Hunde reagieren auf nasskalt, regelmäßige tierärztliche Kontrollen, Schübe früh erkennen und sofort behandeln evtl. direkt ein Schmerzmittel einsetzten ( denk an das Schmerzgedacöhnis aus Teil 1 in der Newsletterserie) nicht zwingen, aber motivieren, mentale Auslastung ergänzen, hör deinem Hund zu und du wirst herausfinden was für ihn am besten ist.

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