Der Rücken deines Hundes leistet täglich Schwerstarbeit.
Er trägt das Gewicht des Körpers, sorgt für Stabilität, Beweglichkeit und Kraftübertragung zwischen Vorderhand und Hinterhand. Wenn es hier zu Problemen kommt, wirkt sich das meist auf den gesamten Bewegungsapparat aus. Der Hund läuft steif, springt weniger gern, zeigt Schmerzen oder weicht bestimmten Bewegungen aus. Rückenbeschwerden können unauffällig beginnen und sich langsam verschlimmern – deshalb ist es so wichtig früh zu Handeln.
Das Iliosakralgelenk – eine wichtige Verbindung
Ein zentraler Punkt im Rückenbereich ist das Iliosakralgelenk (ISG), oft auch Kreuz-Darmbeingelenk genannt. Es verbindet den Rumpf mit dem Becken und wirkt wie ein Stoßdämpfer zwischen Hinterhand und Rumpf. Besonders beim Beschleunigen, Springen oder Treppensteigen fängt es Lasten ab und verteilt Kräfte.
Warum das ISG so wichtig ist:
- Es verbindet Wirbelsäule und Becken.
- Es wirkt bei der Lastaufnahme wie ein Dämpfer.
- Es stabilisiert die hintere Körperhälfte bei Bewegung und beim Stehen.
Gerät dieses Gelenk aus dem Gleichgewicht, leidet die gesamte Statik – und der Hund oft unter deutlichen Schmerzen.
Wie entstehen Blockaden im Rücken?
Blockaden können sowohl im Gelenk selbst als auch in der umliegenden Muskulatur auftreten. Oft beginnt es mit einer Muskelverspannung, die im ersten Moment eine Schutzreaktion ist. Der Körper möchte ein Gelenk sichern, das überlastet oder gedehnt wurde. Doch wenn dieser Zustand anhält, führt die verhärtete Muskulatur zu einer Immobilität des Gelenks.Mit der Zeit kann daraus eine echte Gelenkblockade entstehen.
- Überlastung oder starke Dehnung → Muskel zieht sich abrupt zusammen
- Muskel stabilisiert das Gelenk → Beweglichkeit nimmt ab
- Bei fehlender Behandlung → Gelenk gerät aus der normalen Position
- Es entsteht eine dauerhafte Blockade
Blockaden sind also nie nur ein lokales Problem sie betreffen Muskulatur, Gelenke, Haltung und Bewegung.
Folgen einer Gelenk- oder Muskelblockade
Bleibt eine Blockade bestehen, wird das Gelenk nicht mehr physiologisch bewegt. Das hat mehrere negative Auswirkungen:
- Der Knorpel wird schlechter ernährt.
- Die Gelenkschmiere verändert ihre Viskosität.
- Die Gelenkkapsel kann schrumpfen.
- Arthrose entsteht oder verstärkt sich.
- Die umliegende Muskulatur wird schwächer.
Der Hund rutscht in einen Teufelskreis aus Schmerz, Verspannung und Instabilität je länger er anhält, desto schwerer ist er zu durchbrechen.
Ursachen für ISG Blockaden
Eine Blockade im Iliosakralgelenk ist selten das Primärproblem. Meist wird sie durch andere Bereiche des Körpers ausgelöst.
Häufige Ursachen sind:
- Probleme in der Wirbelsäule
- Hüftprobleme
- Kniebeschwerden
- Überlastung, wildes Spiel, ruckartige Bewegungen
- Stürze oder unpassende Landungen
- Ein asymmetrischer Körperbau
- Alterungsprozesse und degenerative Veränderungen
Viele Hunde mit Knieproblemen entwickeln sekundär Rückenthemen, weil sie unbemerkt ausgleichen müssen. Du siehst es ist nicht so einfach, wenn dein Hund nur mal eine Blockade im Rücken hat dann ist das garnicht dramatisch, dies kann durch einen guten Tiertherapeuten meist in ein, zwei Sitzungen gelöst werden. Kommst so etwas aber öfter vor, dann müsst ihr euch auf die Suche nach dem Auslöser machen.
Spondylose wenn die Wirbelsäule stabilisieren willEin weiteres häufiges Rückenproblem beim Hund ist die Spondylose. Dabei bildet der Körper knöcherne Zubildungen, um instabile Wirbelsäulenabschnitte zu stabilisieren. Diese Verknöcherungen schränken allerdings Beweglichkeit ein und können Schmerzen verursachen. Was ist Spondylose?
Ursachen der SpondyloseDie genauen Auslöser sind nicht vollständig geklärt, aber begünstigende Faktoren sind:
Spondylose entsteht oft als Folge eines schon länger bestehenden Problems. |
Typische Symptome:
- Steifer, „unrunder“ Gang
- Schwierigkeiten beim Aufstehen
- Unlust zu spielen oder zu springen
- Schmerzreaktionen beim Bürsten oder Abtasten
- Unsicherer Gang der Hinterhand
- Muskelschwund im hinteren Rückenbereich
- In schweren Fällen neurologische Probleme
Viele Hundehalter beschreiben es als „Mein Hund ist alt geworden“ – dabei steckt oft ein behandelbares Problem dahinter.Insbesondere weil der Hund Phasen hat in denen er schmerzhaft ist und dann auch wieder ganz normal sein kann. SCHAU GENAU HIN!
Cauda Equina Syndrom – wenn Nerven eingeklemmt werdenDas Cauda Equina Syndrom ist eine schwerwiegende neurologische Erkrankung, die die Nervenwurzelbereiche am Ende des Rückenmarks betrifft. Der Name leitet sich vom „Pferdeschwanz“ ab dem fächerartigen Nervenstrang, der den hinteren Körper versorgt. Eine Erkrankung dieser Nervenwurzel ist kein Endurteil, aber sie verlangt Geduld, eine klare therapeutische Ausrichtung und viel Verständnis. Ursachen
Vor allem ältere, größere Hunde sind betroffen. SymptomeSchwierigkeiten beim Aufstehen, Schmerzen im hinteren Rückenbereich, deutliche Berührungsempfindlichkeit, Muskelabbau in den Hinterbeinen,schleifende Hinterpfoten oder breitbeiniger Gang, Lahmheiten oder unsicheres Gangbild, Inkontinenz oder veränderte Kotkontrolle,schlaffer oder eingeschränkt beweglicher Schwanz Die Symptome entwickeln sich oft schleichend – werden aber mit der Zeit deutlicher. Auch hier heißt es wieder schnell sein, je früher man das Problem erkennt, desto länger kann die Lebensqualität erhalten bleiben. Die Prognose reicht von jahrelang stabil bis hin zu stärker eingeschränkter Lebensqualität bei schweren Nervenverletzungen. |
Diagnose von Rückenproblemen
Je nach Art der Beschwerden kommen unterschiedliche Untersuchungen infrage: Ganganalyse, Abtasten und Beweglichkeitstests, Neurologische Untersuchung, Röntgen zur Darstellung der Knochen, CT oder MRT bei Verdacht auf Nervenbeteiligung,Gerade beim Cauda Equina Syndrom ist die MRT der Goldstandard.