RITUALE BEI DER AN- UND ABREISE

Für Hunde die bei uns in Betreuung sind haben sich bestimmte Rituale beim Bringen und Abholen bewährt. Diese sind oft wichtig für die Hunde und geben ihnen Sicherheit.

Hier ein paar Anregungen, gerne übernehmen wir aber auch gewohnte Rituale der Hundehalter.

 

Einige Hunde haben eine „Reisedecke“ oder eine eigene Kiste/Kennel die sie zum Urlaub mitbringen, damit bringen sie etwas von zuhause mit und können sich wohlfühlen.

Diese Reisedecke wird nur bei Urlauben mitgenommen und signalisiert dem Hund, das jetzt woanders übernachtet wird. Diese Urlaubsdecke wird einen Tag zuvor an die gewohnte Schlafstätte gelegt (damit der heimische Duft angenommen wird) und dann bei Anreise im Urlaubskörbchen platziert. Eignet sich prima, wenn der Hund zuhause im Bett schläft.

 

Bringt der Hund sein gewohntes Körbchen/Decke/Kiste mit, so weiß er das jetzt sein Platz dort ist, wo sein eigenes Körbchen/Decke/Kiste steht.

Andere Hunde wissen, wenn die Futtertonne ins Auto geladen wird, das jetzt der Urlaub anbricht. Für besonders Spielfreudige Hunde ist es gut das Lieblingsspielzeug, oder auch ein Kuscheltier, mitzubringen.

Bei der Übergabe des Hundes werden die Hundesachen von uns übernommen und sobald der Halter abgefahren ist in das vorgesehene Zimmer gebracht. Einige Hunde sind da gerne dabei und schauen sich „ihr Zimmer“ genau an. Wenn sie dann zum Schlafen wieder dort rein kommen, wissen sie das das Körbchen/Decke/Kiste bereits dort auf sie wartet.

Es geht also nicht ins Ungewisse, für den Hund bedeutet es eine gewisse Vorhersehbarkeit.

 

Meine eigenen Hunde haben einen Reiserucksack, durch die Erfahrung haben sie gelernt, wenn Frauchen Koffer alleine packt, dann bleiben sie zuhause.

Wird aber der Reiserucksack gepackt (das machen wir zusammen), dann verreisen sie selbst.

In die Rucksäcke der Hunde kommen Lieblingsspielzeuge, Leckerchen und eine Reisedecke.

 

Die Körbchen/Decken/Kisten bleiben jeweils solange in den Hundezimmern bis die Hunde abreisen. Steht dann der Abholtermin an, werden alle Utensilien die zum jeweiligen Hund gehören von uns zusammengepackt und zur Mitnahme bereit gelegt. Zeitnah zum vereinbarten Abholtermin.

Manchmal werden dann auch schon Geschirre oder Halsbänder angelegt.

Gasthunde die dieses Ritual bereits kennen, wissen jetzt das die Abholung kurz bevor steht und oftmals gehen sie dann keinen Schritt mehr von ihren Dingen weg.

 

Somit bekommen die Hunde Sicherheit was ihre Verweildauer auf dem Hof betrifft.

Auch können sie sich durchaus auch schon darauf vorbereiten das Herrchen/Frauchen gleich da sein werden um sie abzuholen. Und die stehen nicht völlig überraschend vor der Tür. Für die Hund wird die Situation vorhersehbar.

 

Leider verstehen sie ja nicht wirklich wenn wir ihnen sagen:
„Frauchen kommt bald wieder“ oder auch „gleich wirst du abgeholt“

„Herrchen kommt gleich“. Rituale geben in dieser Situation der Sicherheit und sind Teil der Kommunikation mit dem Hund.

Wenn sie zuhause bestimmte Rituale beim Verlassen des Hauses haben, so können sie es Ihrem Hund damit hier auch leichter machen.

So sagt eine Halterin zuhause immer:
„Ich komm wieder, warte schön“

Das sind auch hier ihre letzten Worte die sie ihrem Hund sagt bevor sie fährt. Inwieweit die Hunde das auf den Pensionsaufenthalt generalisieren können, kann natürlich nur vermutet werden. Wir persönlich haben den Eindruck das es den Hunden sehr gut tut.

 

Die Hunde sollen bewußt erleben das die Halter wegfahren

Ein Abschied vom Hund sollte sein, wie auch immer der aussehen mag, jeder Halter muss das für sich selbst entscheiden. Wir finden es gut, wenn die Hunde auch sehen können das Herrchen/Frauchen ins Auto steigen und wegfahren. Sich einfach hinauszustehlen wenn der Hund abgelenkt ist macht keinen Sinn, da der Hund dann nach seiner Familie sucht und sich nicht bewusst mit der Situation auseinandersetzen kann.

Wir haben auch Menschen die Ihren Hunde ein kurzes Tschüss zurufen und damit sind auch Mensch und Hund glücklich. Es muss keine Riesenzeremonie sein. Ein kleines Ritual, welches beide kennen reicht völlig aus.

 

Haben die Hunde nun bereits zwei oder mehrere Aufenthalte bei uns hinter sich, ist deutlich zu sehen, wie sie mit diesen Praktiken zurechtkommen und auch verstehen worum es geht.

Sie lernen durch Erfahrung.

 

Manche Hunde benötigen keinerlei „besondere“ Behandlung, sie freuen sich bei An- und gleichermaßen bei Abreise. Sie benötigen keine eigene Decke, kein Spielzeug.

 

Was soll ich alles mitbringen, werde ich oft gefragt.
„Zuviel kann es nicht sein, es sollte alles im Gepäck sein, was dem Hund gut tut. Insofern wir etwas nicht benötigen macht es ja nichts.“

 

 

Ein Gasthund der auf seine Abholung wartet, nachdem seine Decke bereitgelegt wurde.