RITUALE = TRAINING

Ich bin ein großer Fan von Ritualen für Hunde, denn das bringt für sie eine Vorhersehbarkeit.

Die Hunde sind Meister im Erkennen von Mustern in unseren Verhaltensabläufen. Manchmal scheint es als ob sie unsere Gedanken lesen können.

Aber sie haben gelernt bestimmte, wiederkehrende Muster, zu erkennen und zu deuten.

 

Frauchen nimmt ein Buch zu Hand, bedeutet für viele Hunde „ Jetzt ist erst mal Pause angesagt“.

Herrchen zieht die Lackschuhe an: „Herrchen geht ins Büro und ich darf nicht mit“

Frauchen zieht die Wandermatschschuhe an: „Gleich geht es los zum spazieren“

Herrchen geht um eine bestimmte Zeit an den Kühlschrank: „Jetzt gibt es ein Leberwurstbrot“

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Es gibt unendlich viele Bespiele, die wir unbewusst bereits unseren Hunden beigebracht (konditioniert) haben.

 

Wikipedia schreibt: „Rituale sind ein Phänomen der Interaktion mit der Umwelt und lassen sich als geregelte Kommunikationsabläufe beschreiben.

Und weiter: Auch in der Psychotherapie spielen Rituale eine wichtige Rolle. Sie sind in sozialen, partnerschaftlichen und familiären Beziehungen von großer Bedeutung und fördern und stabilisieren Bindungen, Gemeinsamkeiten, Harmonie, Kommunikation und Intimität.“

 

All das sollten wir uns im Umgang mit unseren Hunden unbedingt bewusst zu nutze machen und Rituale schaffen die es dem Hund leicht machen, vorher zu sehen was folgt bzw. was von ihm erwartet wird.

 

So könnten wir (zum Beispiel) eine Decke auf den Boden legen, damit der Hund versteht das von ihm erwartet wird das er sich hinlegt und jetzt nicht im Mittelpunkt ist.

Diese Decke können wir dann mit ins Restaurant oder bei Schwiegermutter mit zu Besuch nehmen. Allerdings sollte man ihm VORHER erklären welches Verhalten folgt nachdem die Decke hingelegt wird. Im allgemeinen nennt man das auch Training, aber es ist viel mehr als das. Es bedeutet Sicherheit für den Hund, gibt ihm Halt und Orientierung.

Für den Hund wird die Situation somit vorhersehbar.

 

Erwarten wir etwas bestimmtes von unserem Hund, dann machen wir es ihm leichter wenn wir immer die gleichen Abläufe einbauen. Diese können taktil, olfaktorisch, verbal oder optisch sein. Meist ist es eine Mischform, weil man etwas sagt und gleichzeitig eine Geste macht.

 

Auch viele „unerwünschte Verhaltensweisen“ lassen sich durch das aAbändern von Ritualen verändern.

 

Rituale sollen uns helfen Situationen besser zu meistern, indem sie so fest etabliert sind das man gar nicht mehr darüber nachdenken muss. Manchmal sind das eben auch schlechte Angewohnheiten die durch Rituale verankert sind.

Welche Rituale habt ihr bewusst in Euer Leben mit Hund eingebaut, welche Rituale haben sich „verselbstständigt“

Es lohnt sich also darüber nachzudenken, welche Rituale überflüssig sind, oder wo es Sinn macht neue Rituale aufzubauen.